Mehr als neun von zehn Unternehmen des Baugewerbes sind mit der im vergangenen Jahr erzielten Rentabilität zufrieden. Die Ertragslage war vor allem im Tiefbau positiv, während im Hochbau und im Baunebengewerbe die Umsätze aufgrund der abgeschwächten privaten Nachfrage stagnierten. Im Hinblick auf 2025 gehen 92 Prozent der Unternehmen im Baugewerbe von einer zufriedenstellenden Ertragslage aus. Dies geht aus der Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers vom WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen hervor.
Das Geschäftsklima im Bausektor bleibt allgemein gut und mehr als neun von zehn Unternehmen schätzen die Ertragslage im Jahr 2024 positiv ein. Dies gilt insbesondere für die Tiefbaubranche, wo fast alle Unternehmen mit dem erzielten Betriebsergebnis zufrieden sind. In dieser Branche gab es ein Umsatzwachstum, das vor allem auf die öffentlichen Investitionen zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu stagnierte das Geschäftsvolumen im Hochbau und im Baunebengewerbe aufgrund des Rückgangs der privaten Nachfrage. Die Abschwächung ist auf den Abbau der steuerlichen Anreize und die weiterhin eher teuren Finanzierungskosten zurückzuführen. Was die Beschäftigung betrifft, so gab es im Jahr 2024 im Südtiroler Baugewerbe durchschnittlich knapp 18.100 Mitarbeiter/innen, mit einem Wachstum von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Ertragslage dürfte für die meisten Unternehmen im Bausektor auch 2025 zufriedenstellend bleiben, aber die Aussichten für die kommenden Monate sind eher ungewiss. Im Hochbau wird mit einem Umsatzwachstum gerechnet, dank der Erholung der privaten Nachfrage durch die sinkenden Zinssätze. Im Tiefbau hingegen erwarten die Unternehmen einen Umsatzrückgang und eine allgemeine Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, erinnert an die Bedeutung des staatlichen Wiederaufbau- und Resilienzplans (PNRR): „Öffentliche Investitionen sind essentiell für den Bausektor. Es ist wichtig, dass alle PNRR-Mittel rechtzeitig ausgegeben werden und nicht verloren gehen. Außerdem müssen auch kleine Unternehmen Zugang zu öffentlichen Aufträgen haben.“